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Beide Nummern stehen in der Zulassungsbescheinigung Teil I, Feld 2.1 und 2.2. Die Zuordnung ist aus dem öffentlichen Verzeichnis des Kraftfahrt-Bundesamtes gerechnet, nicht amtlich zugeteilt – das Ergebnis ist vor der Bestellung zu prüfen.

Spannungsabfall im Startstromkreis messen

Die Messung, die den Anlassertausch am häufigsten überflüssig macht: Wo gemessen wird, welche Grenzwerte gelten und wie Sie den Engpass eingrenzen.

Autor
MST Fachredaktion, Technische Redaktion
Fachlich geprüft
Toni Krell, Fachliche Leitung · 11.08.2026
Veröffentlicht
30.07.2026
Zuletzt geändert
11.08.2026
Prüfverfahren
Erstellt auf Basis allgemein anerkannter Werkstattpraxis und der technischen Grundlagen von Generator- und Startanlagen. Genannte Zahlenwerte sind Richtwerte zur Orientierung; maßgeblich sind stets die Vorgaben des Fahrzeug- und des Aggregatherstellers. Die fachliche Durchsicht erfolgt durch die fachliche Leitung des Hauses.

Der Startstromkreis führt beim Pkw 150 bis 300 Ampere, beim Nutzfahrzeug ein Vielfaches davon. Bei diesen Strömen genügt ein Übergangswiderstand von wenigen Milliohm, damit der Anlasser nur noch träge dreht. Die Spannungsabfallmessung findet diesen Widerstand – und macht den Anlassertausch in vielen Fällen überflüssig. Gemessen wird während des Startvorgangs, denn ohne Strom zeigt jede Leitung null.

Das Messprinzip

Gemessen wird nicht der Widerstand, sondern die Spannung, die auf einer Strecke „verloren geht“. Das Voltmeter liegt parallel zur Leitung: die eine Spitze am Anfang, die andere am Ende derselben Strecke. Der angezeigte Wert ist der Spannungsabfall.

Der Vorteil gegenüber einer Widerstandsmessung: Sie findet Fehler, die nur unter Last auftreten. Ein korrodierter Kontakt kann im Ohmmeter unauffällig sein und bei 250 Ampere ein halbes Volt verschlucken.

Die Messstrecken und ihre Grenzwerte

MessstreckeRichtwertHäufige Ursache bei Überschreitung
Batterie-Plus gegen Klemme 30 am Anlasserunter 0,5 VHauptkabel, Polklemme, Trennschalter
Batterie-Minus gegen Anlassergehäuseunter 0,3 VMassekabel Motor–Karosserie
Batterie-Pol gegen Polklemmeunter 0,1 Vkorrodierte oder lose Klemme
Über die Kontaktbrücke im Magnetschalterunter 0,3 Vverbrannte Kontakte
Gesamt Plus- und Masseseiteunter 0,8 VSumme mehrerer Übergänge

Die Werte sind Richtwerte für 12-Volt-Anlagen. Herstellerangaben haben Vorrang, und bei 24-Volt-Anlagen gelten teilweise andere Grenzen.

Ablauf

  1. Fahrzeug gegen Wegrollen sichern, Getriebe in Neutralstellung.
  2. Startvorgang verhindern, damit der Motor beim Messen nicht anspringt – etwa durch Deaktivieren der Kraftstoffzufuhr oder der Zündung nach Herstellervorgabe.
  3. Voltmeter auf Gleichspannung, kleiner Messbereich.
  4. Messspitzen an die zu prüfende Strecke legen.
  5. Startvorgang auslösen und während des Drehens ablesen.
  6. Strecke für Strecke wiederholen, bis der Engpass gefunden ist.

Punkt 2 ist wichtig: Springt der Motor an, verfälscht das die Messung, und die Messspitzen sitzen an unter Spannung stehenden Teilen im laufenden Motorraum.

Die Masseseite: der häufigste Fundort

Das Massekabel zwischen Motor und Karosserie liegt exponiert, bewegt sich im Betrieb und korrodiert von innen unter der Isolierung – oft ohne äußeres Anzeichen. Bei 250 Ampere führt ein angegriffenes Massekabel zu einem Spannungsabfall, der den Anlasser deutlich verlangsamt.

Ein praktischer Zusatzhinweis: Wird das Massekabel während des Startversuchs spürbar warm, ist es der Engpass. Wärme entsteht dort, wo Spannung abfällt.

Was die Messung zusammen mit der Batteriespannung aussagt

Batteriespannung beim StartSpannungsabfallSchluss
über 10,5 Vunter 0,8 VVersorgung in Ordnung, Anlasser prüfen
über 10,5 Vüber 0,8 VÜbergangswiderstand, Anlasser meist in Ordnung
unter 9,0 Vunter 0,8 VBatterie zu schwach
unter 9,0 Vüber 0,8 VBatterie und Verbindungen prüfen

Die zweite Zeile ist der Fall, der die meisten unnötigen Anlassertausche verursacht: Der Anlasser dreht träge, ist aber in Ordnung.

Häufige Fragen

Warum muss beim Startvorgang gemessen werden?

Weil ein Übergangswiderstand erst unter Strom sichtbar wird. Ohne Stromfluss fällt an keiner Leitung Spannung ab, und ein korrodierter Kontakt bleibt unentdeckt.

Welcher Spannungsabfall ist zulässig?

Als Richtwerte für 12-Volt-Anlagen gelten unter 0,5 Volt auf der Plusseite und unter 0,3 Volt auf der Masseseite, in Summe unter 0,8 Volt. Herstellerangaben gehen vor.

Kann ich stattdessen den Widerstand messen?

Nur eingeschränkt. Ein Ohmmeter arbeitet mit sehr kleinem Prüfstrom und findet Übergangswiderstände oft nicht, die bei 250 Ampere deutlich wirken. Die Spannungsabfallmessung unter Last ist aussagekräftiger.

Der Anlasser dreht langsam, Batterie und Kabel sind in Ordnung – was nun?

Dann kommen verschlissene Kohlebürsten, ein schwergängiges Lager oder ein mechanisch schwergängiger Motor in Betracht. Auch zu dünnes oder falsches Motoröl bei tiefen Temperaturen erhöht das Losbrechmoment erheblich.