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Beide Nummern stehen in der Zulassungsbescheinigung Teil I, Feld 2.1 und 2.2. Die Zuordnung ist aus dem öffentlichen Verzeichnis des Kraftfahrt-Bundesamtes gerechnet, nicht amtlich zugeteilt – das Ergebnis ist vor der Bestellung zu prüfen.

Magnetschalter prüfen und wechseln

Wie der Magnetschalter Ritzel und Hauptstrom gleichzeitig schaltet, welche Fehlerbilder typisch sind und wie Sie ihn prüfen, bevor Sie den ganzen Anlasser tauschen.

Autor
MST Fachredaktion, Technische Redaktion
Fachlich geprüft
Toni Krell, Fachliche Leitung · 11.08.2026
Veröffentlicht
28.07.2026
Zuletzt geändert
11.08.2026
Prüfverfahren
Erstellt auf Basis allgemein anerkannter Werkstattpraxis und der technischen Grundlagen von Generator- und Startanlagen. Genannte Zahlenwerte sind Richtwerte zur Orientierung; maßgeblich sind stets die Vorgaben des Fahrzeug- und des Aggregatherstellers. Die fachliche Durchsicht erfolgt durch die fachliche Leitung des Hauses.

Der Magnetschalter erfüllt zwei Aufgaben gleichzeitig: Er schiebt über den Einrückhebel das Ritzel in den Zahnkranz und schließt kurz darauf den Hauptstromkontakt zum Anlassermotor. Fällt er aus, klackt es beim Startversuch, ohne dass der Anlasser dreht. An vielen Bauarten ist er einzeln erhältlich – das macht ihn zur häufigsten sinnvollen Einzelreparatur am Anlasser.

Wie der Magnetschalter arbeitet

Im Inneren sitzen zwei Wicklungen auf einem gemeinsamen Anker:

  • Die Einzugswicklung hat wenige Windungen und hohen Strom. Sie liefert die Kraft, um das Ritzel einzuspuren.
  • Die Haltewicklung hat viele Windungen und geringen Strom. Sie hält den Anker in der Endlage, ohne viel Energie zu verbrauchen.

Der Ablauf: Steuerspannung an Klemme 50 → beide Wicklungen ziehen an → Anker bewegt sich → Einrückhebel schiebt das Ritzel in den Zahnkranz → kurz vor Ende des Wegs schließt die Kontaktbrücke den Hauptstrom → der Anlassermotor dreht.

Diese Reihenfolge ist konstruktiv wichtig: Das Ritzel ist bereits im Eingriff, bevor der volle Strom fließt. Sonst würde es gegen den stehenden Zahnkranz geschlagen.

Typische Fehlerbilder

SymptomUrsache im Magnetschalter
Ein Klacken, Anlasser dreht nichtKontaktbrücke oder Kontaktbolzen verbrannt
Mehrfaches Klacken bei guter BatterieHaltewicklung unterbrochen
Anlasser dreht, Ritzel spurt nicht einEinrückhebel gebrochen, Anker fest
Anlasser dreht nach dem Start weiterAnker klemmt, Kontakte verschweißt
Nichts, keine Reaktionkeine Steuerspannung oder Wicklung unterbrochen

Der zweite Fall ist charakteristisch: Zieht der Anker an, bricht die Spannung durch den einsetzenden Hauptstrom kurz ein, und die defekte Haltewicklung kann ihn nicht halten. Der Anker fällt ab, die Spannung erholt sich, er zieht wieder an – daraus entsteht ein rhythmisches Klackern trotz voller Batterie.

Prüfung am Fahrzeug

Steuerspannung prüfen. Beim Startversuch muss an Klemme 50 nahezu Batteriespannung anliegen. Fehlt sie, liegt der Fehler vor dem Anlasser: Zündschloss, Startrelais, Wegfahrsperre oder Anlasssperrschalter.

Spannungsabfall über die Kontaktbrücke messen. Das ist die aussagekräftigste Einzelmessung. Gemessen wird während des Startversuchs zwischen dem Hauptanschluss (Batterieseite) und dem Anschluss zum Anlassermotor. Ein Abfall von mehr als etwa 0,2 bis 0,3 Volt weist auf verbrannte Kontakte hin.

Überbrückungstest. Wird der Hauptstromkreis überbrückt und der Anlasser dreht daraufhin, sind Anlassermotor und Stromversorgung in Ordnung – der Fehler liegt im Magnetschalter. Dieser Test gehört in geübte Hände: Es fließen sehr hohe Ströme, der Motor kann anspringen, und das Fahrzeug muss gegen Wegrollen gesichert sein.

Wechsel

Der Magnetschalter ist meist mit zwei oder drei Schrauben am Anlassergehäuse befestigt. Beim Abnehmen ist auf den Einrückhebel und dessen Feder zu achten – sie fallen leicht heraus und müssen in derselben Lage wieder eingesetzt werden.

Zu beachten:

  • Anschlüsse nicht vertauschen. Die Anschlüsse haben unterschiedliche Durchmesser, lassen sich mit Gewalt aber falsch montieren.
  • Anzugsdrehmoment der Kontaktmuttern beachten. Die Bolzen sind dünn; ein ausgerissenes Gewinde bedeutet einen neuen Magnetschalter.
  • Ritzelspiel prüfen. Manche Bauarten geben ein Maß zwischen ausgefahrenem Ritzel und Anschlag vor.
  • Zahnkranz kontrollieren. Siehe Zahnkranz und Schwungrad prüfen.

Wann sich der Einzeltausch lohnt

Er lohnt, wenn der Anlassermotor selbst gesund ist: Er dreht bei Überbrückung kräftig, ohne Schleifgeräusch, und der Freilauf hält. Zeigt der Anlasser dagegen Kohlebürstenverschleiß, Lagerspiel oder einen durchrutschenden Freilauf, ist das komplette Aggregat die bessere Wahl – der Ausbauaufwand fällt ohnehin nur einmal an.

Passende Aggregate finden Sie unter Anlasser.

Häufige Fragen

Kann ich den Magnetschalter einzeln wechseln?

Bei vielen Bauarten ja, sofern der Hersteller ihn als Einzelteil vorsieht. Voraussetzung ist, dass der Anlassermotor selbst in Ordnung ist – sonst steht der Ausbauaufwand einem Ergebnis mit ungewisser Haltbarkeit gegenüber.

Warum klackt der Magnetschalter mehrfach hintereinander?

Weil der Anker anzieht und sofort wieder abfällt. Das passiert bei unterbrochener Haltewicklung oder wenn die Spannung durch den einsetzenden Hauptstrom so weit einbricht, dass die Haltekraft nicht reicht. Beide Ursachen sind zu unterscheiden: erst Batterie und Spannungsabfall prüfen.

Was bedeutet Klemme 50?

Klemme 50 ist die genormte Bezeichnung für die Steuerleitung zum Anlasser. Beim Startversuch liegt dort Batteriespannung an. Fehlt sie, liegt der Fehler im Ansteuerkreis, nicht im Anlasser.

Warum dreht der Anlasser nach dem Start weiter?

Weil der Anker des Magnetschalters klemmt oder die Kontakte verschweißt sind. Der Motor muss sofort abgestellt werden – der Anlasser wird sonst vom laufenden Motor überdreht und innerhalb kurzer Zeit zerstört.