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Beide Nummern stehen in der Zulassungsbescheinigung Teil I, Feld 2.1 und 2.2. Die Zuordnung ist aus dem öffentlichen Verzeichnis des Kraftfahrt-Bundesamtes gerechnet, nicht amtlich zugeteilt – das Ergebnis ist vor der Bestellung zu prüfen.

Zahnkranz und Schwungrad prüfen

Warum der Zahnkranz vor jedem Anlassereinbau kontrolliert wird, wie die Prüfung ohne Getriebeausbau gelingt und welche Schäden welchen Umfang nach sich ziehen.

Autor
MST Fachredaktion, Technische Redaktion
Fachlich geprüft
Toni Krell, Fachliche Leitung · 11.08.2026
Veröffentlicht
03.08.2026
Zuletzt geändert
11.08.2026
Prüfverfahren
Erstellt auf Basis allgemein anerkannter Werkstattpraxis und der technischen Grundlagen von Generator- und Startanlagen. Genannte Zahlenwerte sind Richtwerte zur Orientierung; maßgeblich sind stets die Vorgaben des Fahrzeug- und des Aggregatherstellers. Die fachliche Durchsicht erfolgt durch die fachliche Leitung des Hauses.

Ein neuer Anlasser an einem beschädigten Zahnkranz hält nicht lange. Die Zähne des Ritzels arbeiten gegen ausgebrochene oder verschlagene Gegenzähne und verschleißen innerhalb weniger Startvorgänge. Die Kontrolle des Zahnkranzes gehört deshalb vor jeden Anlassereinbau – und sie ist in den meisten Fällen ohne Getriebeausbau möglich, durch die Öffnung, in der der Anlasser sitzt.

Warum der Zahnkranz örtlich verschleißt

Ein Verbrennungsmotor bleibt nicht zufällig stehen. Durch die Kompression kommt er bevorzugt in bestimmten Kurbelwinkeln zum Stillstand – bei einem Vierzylinder sind das nur wenige Positionen. Das Ritzel spurt dadurch immer wieder an denselben Stellen des Zahnkranzes ein.

Die Folge ist ein Verschleißbild, das nicht über den Umfang verteilt ist, sondern sich auf wenige Zonen konzentriert. Wer nur den sichtbaren Ausschnitt prüft, ohne den Motor durchzudrehen, übersieht den Schaden mit hoher Wahrscheinlichkeit.

Die Prüfung Schritt für Schritt

  1. Zündung ausschalten, Fahrzeug gegen Wegrollen sichern, Batterie abklemmen.
  2. Anlasser ausbauen. Durch die Öffnung wird ein Ausschnitt des Zahnkranzes sichtbar.
  3. Mit Lampe und Spiegel oder Endoskop den sichtbaren Bereich beurteilen.
  4. Motor an der Kurbelwellenschraube in Drehrichtung weiterdrehen – nur in Drehrichtung, nie zurück.
  5. Schritte 3 und 4 wiederholen, bis der gesamte Umfang kontrolliert wurde.
  6. Befunde nach Lage und Ausmaß dokumentieren.

Was zu beurteilen ist

BefundBewertungKonsequenz
Gleichmäßige, matte Laufspurnormaler VerschleißAnlasser einbauen
Zahnspitzen leicht verrundetbeginnender Verschleißvertretbar, dokumentieren
Einzelne Zähne einseitig abgetragenRitzel spurte teilweise einUrsache klären
Ausgebrochene ZähneZahnkranz defektZahnkranz oder Schwungrad ersetzen
Zähne verschlagen, GratAnlasser spurte gegen drehenden MotorUrsache zwingend klären
Zahnkranz lose auf dem SchwungradPresssitz verlorenSchwungrad ersetzen

Der vorletzte Befund ist ein Warnsignal: Verschlagene Zähne entstehen, wenn das Ritzel in den bereits drehenden Motor einspurt. Ursache ist meist ein klebender Magnetschalter oder eine fehlerhafte Ansteuerung – siehe Magnetschalter prüfen. Wird nur der Anlasser getauscht, wiederholt sich der Schaden.

Zahnkranz oder Schwungrad?

Bei konventionellen Schwungrädern ist der Zahnkranz aufgeschrumpft und lässt sich als Einzelteil ersetzen. Der alte Ring wird erwärmt oder aufgetrennt, der neue erwärmt aufgezogen. Das erfordert Erfahrung: Wird der Ring zu heiß, verliert er seine Härte.

Bei Zweimassenschwungrädern ist der Zahnkranz in der Regel Teil der Baugruppe. Ein Einzeltausch ist dort meist nicht vorgesehen – und da für den Zugang ohnehin das Getriebe getrennt werden muss, gehört die Beurteilung des Zweimassenschwungrads in denselben Arbeitsgang.

Der Zusammenhang mit dem Ritzelvorstand

Greift ein Ritzel nur mit einem Teil seiner Breite, konzentriert sich die gesamte Kraft auf diesen Teil. Ursache ist ein falscher Ritzelvorstand – etwa nach dem Einbau eines nicht passenden Anlassers oder wenn eine Distanzscheibe fehlt.

Deshalb gehört beim Einbau eines Anlassers anderer Bauart der Vergleich mit dem Altteil dazu: Flanschfläche an Flanschfläche, Ritzelposition prüfen. Näheres unter Anlasser richtig bestimmen.

Häufige Fragen

Muss ich den Zahnkranz wirklich jedes Mal prüfen?

Vor jedem Anlassereinbau ja, zumindest im sichtbaren Bereich mit Durchdrehen des Motors. Der Aufwand beträgt wenige Minuten, während ein übersehener Schaden den neuen Anlasser innerhalb kurzer Zeit unbrauchbar macht.

Kann ich den Zahnkranz einzeln wechseln?

Bei konventionellen Schwungrädern in der Regel ja – der Ring ist aufgeschrumpft. Bei Zweimassenschwungrädern ist er meist Teil der Baugruppe und nicht einzeln vorgesehen.

Woran erkenne ich, dass das Ritzel gegen den drehenden Motor eingespurt ist?

An verschlagenen Zähnen mit Grat statt an gleichmäßigem Abtrag. Die Ursache liegt dann in der Ansteuerung oder im Magnetschalter und muss vor dem Einbau eines neuen Anlassers behoben werden.

Wie drehe ich den Motor sicher durch?

An der Zentralschraube der Kurbelwelle, ausschließlich in Motordrehrichtung, bei ausgeschalteter Zündung und abgeklemmter Batterie. Rückwärtsdrehen kann Steuertrieb und Spanner schädigen.